Im Glas: Hampton Water

Der Rockstar unter den Rosés

Treffen sich ein ehemaliger Rugby-Profi, ein Rockstar und dessen Sohn in der Provence.

Was klingt der Beginn eines (schlechten) Witzes, hat in der Realität zu einem fantastischen Ergebnis geführt: dem Hampton Water Rosé.

Die treibenden Kräfte hinter diesem Projekt sind Jon Bon Jovi, eine Rocklegende einer mehrere Jahrzehnte überspannenden Karriere, sein Sohn Jesse, ein sportbegeisterter Weinunternehmer, und Gérard Bertrand, ein ehemaliger Rugby-Profi und höchst erfolgreicher Winzer.

Im April 2017 wurde in der Versace Mansion in Miami, Florida, die erste Flasche Hampton Water präsentiert. Das selbstverschriebene Ziel ist ist, das Gefühl und die Leichtigkeit der Hamptons, einem beliebten und noblen Feriengegend im Osten von Long Island, nach Europa zu bringen.

Mit Gérard Bertrand ist ein Biowein-Pionier mit an Bord, wenngleich der Rosé noch nicht biologisch ist. Die zarte Lachsfarbe dieses trockenen Rosé aus dem französischen Languedoc ist fast schon ebenso ikonisch wie das im Retro-Look gehaltene Etikett. Der Wein ist eine Cuveé aus den Rebsorten Grenache, Cinsault, Mourvédre und Syrah. Er wird für kurze Zeit in französischer Eiche ausgebaut, was ihm einen etwas intensiveren Körper und eine crèmige Textur zu verleiht. Sowohl in der Nase als auch am Gaumen sind Zitrus-, Mandarinen- und Pfirsichnoten präsent. Die hervorragend ausbalancierte Säure macht den Hampton Water zum perfekten Sommerwein mit frischer Note.


Restzucker und seine "Geheimnisse"

Wie süß ist welcher Wein?

Es ist fast schon ein geflügeltes Wort, dass trockener Wein das Gegenteil von süßem Wein ist. Allerdings ist es so nicht ganz richtig, wenn auch trockener Wein enthält Restsüße und schmeckt nicht “sauer”. Unter Restzucker oder Restsüße versteht man den nicht zu Alkohol vergorenen Zucker der Trauben bzw. des Mostes nach dem natürlichen oder absichtlich herbeigeführten Gärstopp. Der Restzuckergehalt muss bei allen österreichischen Weinen am Etikett angegeben sein.

Der Schlüssel zum schnellen Verständnis liegt in der Bezeichnung dieser Restsüße, die Du am Etikett einfach entnehmen kannst:

 Restzucker in g/l
Trockenbis 4g/l bzw. 9 g/l, wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 2 g/l niedriger ist
Halbtrockenbis max. 18 g/l, wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 10 g/l niedriger ist
Lieblichbis 45 g/l
Süßüber 45 g/l

Bei Sekt sieht die Sache ähnlich aus:

 Restzucker in g/l
brut nature / brut zero0-3 g/l
extra brut / extra herb0-6 g/l
herb / brut0-12 g/l
extra trocken / extra dry / très sec12-17 g/l
trocken / secco / dry / sec17-32 g/l
halbtrocken / demi sec / medium dry32-50 g/l
mild / doux / sweet / dolce> 50 g/l

Was sind KMW, Öchsle und Beaumé?

Was bitte bedeuten diese Kürzel und Namen?

All diese Namen bezeichnen verschiedenen Methoden für die Einordnung von Weinen basierend auf dem Mostgewicht.

Das Mostgewicht ist ein Maß für den Anteil der gelösten Stoffe (mehrheitlich Zucker) im Traubenmost und somit ein wichtiges Qualitätskriterium von Wein. Es basiert auf der Dichte des Mostes und wird gemessen mit einer Mostwaage, einem kalibrierten Aräometer.

Alternative Messprinzipien für den Zuckergehalt des Mosts sind:

  • optisch mit dem Refraktometer (über den Brechungsindex)
  • unabhängig vom Alkoholgehalt mit dem Saccharimeter (über den spezifischen Drehwinkel).

Im früheren Einflussbereich Österreichs, also den Ländern des ehemaligen Österreich-Ungarn, ist auch heute noch die Klosterneuburger Mostwaage (KMW) gebräuchlich.

In Österreich wird dieser Zuckergehalt in KMW angegeben. Dieses Kürzel bezieht sich auf die Klosterneuburger Mostwaage, die 1896 von Freiherr von Babo, zu dieser Zeit Direktor der Weinbauschule Klosterneuburg, für die Bestimmung des Zuckergehaltes der Trauben entwickelt worden ist.

Die Angabe KMW gibt den Zuckergehalt in Gewichtsprozenten an.

Grad Oechsle (abgekürzt °Oechsle oder °Oe; nach ihrem Erfinder Ferdinand Oechsle) misst ebenfalls das Mostgewicht des Traubenmostes, also des unvergorenen Traubensaftes und wird vor allem in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg verwendet.

In Frankreich und Spanien ist Grad Baumé in Verwendung, eine größtenteils veraltete Gradeinteilung der Aräometerskala zur Bestimmung der relativen Dichte von Flüssigkeiten über den Auftrieb. In der Süßwarenindustrie und in der Herstellung von Dragées mit Zuckerüberzug wird die Skaleneinteilung in Baumé-Grad bis heute benutzt. Auch bei Wasserglas ist sie noch üblich.

In englischsprachigen Ländern und in Südamerika wird Dichtemessungsskala in Grad Brix benutzt, vorwiegend in der Obstindustrie, bei der Weinproduktion und bei Fruchtsäften, Getränken und allgemein Zuckerhaltigem. Da diese mengenmäßig neben Wasser hauptsächlich verschiedene Zucker enthalten (vor allem Glucose, Fructose, Saccharose), wird mit der Dichte auch ungefähr der Zuckergehalt angegeben.

Die Formeln für die Umrechnungen zwischen den Einheiten lauten:

  • (0,022 x °KMW + 4,54) x °KMW = °Oechsle
  • KMW / 1,53 = °Beaumé
  • °Beaumé = 0,55 x °Brix


Wie viele Gläser Wein muss ich einplanen?

Für jeden Anlass die richtige Menge

Für Gastgeber:innen wäre es natürlich schlimm, wenn Gäste zu wenig Wein in ihren Gläsern haben. Für zu viel Wein auf Lager gibt es zum Glück eine einfache Lösung: selbst trinken.

Wie viele Gläser Wein sollte ich nun einplanen?

Bei einer Verkostung steht vor allem die Vielfalt im Vordergrund. Daher wird auch nur etwa die Hälfte einer “normalen” Portion serviert, in der Regel können so bis zu 6 Gläsern Wein pro Person kalkuliert werden.

Für eine Dinnerparty besagt die Faustregel, dass Du pro Person mit drei Gläsern rechnen solltest. So sind Deine Gäste entspannt, ohne an den Rand einer Ohnmacht zu kommen oder einzuschlafen.

Wir nehmen als durchschnittliche Portionsgröße

  • für Verkostungen ca. 60 ml
  • für Dinnerparties ca. 125 ml
  • zum privaten Trinken ca. 175 ml

“normale” 0,75l-Flasche

Verkostung – 12 Gläser
Dinnerparty – 6 Gläser
privates Trinken – etwas mehr als 4 Gläser

Magnum 1,5l-Flasche

Verkostung – 24 Gläser
Dinnerparty – 12 Gläser
privates Trinken – etwas mehr als 8 Gläser

Doppelmagnum 3l-Flasche

Verkostung – 48 Gläser
Dinnerparty – 24 Gläser
privates Trinken – etwas mehr als 16 Gläser


Flaschengrößen und ihre Namen

Magnum und Demi? Klingt nach Serienfigur und Schauspielerin...

So schwierig ist es zum Glück nicht, wir haben die verschiedenen Flaschengrößen (inklusive der ungewöhnlichen) in dieser Tabelle zusammengefasst:

0,187 lDinky, Split
0,2 oder 0,25lPiccolo, Viertel-Flasche, Stifterl (Österreich)
0,375 lHalbe Flasche, Demi/Fillette (Frankreich), half bottle (USA, UK), Stifterl des Stiftes Klosterneuburg (Österreich), dreiachtel (Schweiz)
0,5 lFranzösischer Pot, Dumpy (USA, Südafrika)
0,62 lClavelin-Flasche (Schweiz)
0,7 lManchmal noch in der Schweiz anzutreffen, ansonsten fast ausschließlich für Spirituosen in Verwendung. Für deutsche Weine bis 1987 üblich.
0,75 lFlasche, Normalflasche, Bouteille in Frankreich und Österreich, Bottle (USA/UK/ZA) häufigstes Volumen beim Bocksbeutel, entspricht ungefähr dem American fifth = 1/5 einer Gallone = 0,757 l, wird in der Gastronomie oft auch als 1/1 (eintel) Flasche bezeichnet
0,8 lein französischer Litron, vor der Französischen Revolution gebraucht
1,0 lLiterflasche, in Deutschland mit Flaschenpfand
1,5 lMagnum

= 2 Flaschen
2,0 lDoppelliter, Doppler
2,25 lMarie-Jeanne (veraltet, nur noch bei alten Bordeaux bis zirka 1970), Tregnum, Tappithen

= 3 Flaschen
3,0 lDoppelmagnum (Bordeaux), Jeroboam (Champagner)

= 4 Flaschen
4,5 lJeroboam (Bordeaux), Rehoboam (Champagner, Burgunder)

= 6 Flaschen
5,0 lJeroboam (moderne Größe, seit zirka 1978 ausschließlich für dieses Format benutzt)
6,0 lMethusalem (Champagner, Burgunder), Imperiale (Bordeaux)
9,0 lSalmanazar (nur für Champagner/Burgund)

= 12 Flaschen
12,0 lBalthazar (nur für Champagner/Burgund)

= 16 Flaschen
15,0 lNebukadnezar (i. d. R. für Champagner, manchmal Burgund)

= 15 Flaschen
18,0 lGoliath bzw. Melchior

= 24 Flaschen
20,0 lSolomon

= 28 Flaschen
26,25 lSovereign (nur für Champagner)
27,0 lPrimat (nur für Champagner)

= 36 Flaschen
30,0 lMelchisedech (nur für Champagner)
45,0 lDemi-John

= 60 Flaschen
50,0 lSovereign (kommt doppelt vor)

= 67 Flaschen
98,5 lAdelaide